Anzahl Nachrichten: 7 - Seiten (1): [1]
Autor: Michael
Erstellt: 10.07.2008 - 23:25 Uhr
Betreff: Sperrung Katzensteine
Was haltet ihr von der Sperrung der Katzensteine für das Bouldern. Insbesondere in Bezug auf die allgemeinen Probleme, die dort herschen?
Wir von der Redaktion stonevibes finden es jedenfalls sehr schade, dass ausgerechnet die Klettersportler wieder in die Schusslinie geraten...
Autor: Bjoern
Erstellt: 11.07.2008 - 23:12 Uhr
Betreff: re: Sperrung Katzensteine
Ich kann das ganze nicht nachvollziehen, da die (aller)meisten Kletterer ja dafür sorgen, daß der Müll aus den Gebieten verschwindet.
Wenn man sieht, was die Kletterer alles machen damit der Fels "begehbar" wird, sei es in der Wand oder davor, muß doch der Naturschutz merken, daß erst dann z.B. Tiere auftauchen wenn wir geputzt haben!
Glauben die etwa das 2 Müllcontainer voller Altreifen, wie in Ettringen im Kühlschrank, etwa plötzlich aus den Löcher springen? Oder das Müll plötzlich sotiert in Säcken zum abholen am Parkplatz stehen nur weil sie mal in die Gegend gucken???
Ich komme mir echt vera..... vor, wenn WIR die Arbeit machen und die die Lorbeeren einheimsen, nur weil die politische Unterstützung haben!
Vor allem wil ich mal wissen was dafür im Landschaftsplan jetzt als Baugebiet oder Gewerbegebiet ausgewiesen wird....
Keep your heads high!
Autor: Michael
Erstellt: 15.07.2008 - 11:17 Uhr
Betreff: re: Sperrung Katzensteine
Von Seiten der IG Klettern NRW gab es klare Bemühungen, sogar schon eine ausgearbeitet Kletterkonzeption. Kaum vorstellbar, dass die Gebotsschilder die Situation an den Katzensteinen verbessern, da die Kletterer ja eh eine Nebenrolle besetzen. Das einzige was sich ändern wird ist, dass nun keine Boulderer mehr da sind, die den Müll und die Glasscherben wegräumen. Die ganze Sache wäre für mich ja noch nachvollziehbar, wenn an den bekletterten Bereichen seltene Arten vertreten wären... Aber du hast schon recht: Kepp your heads high! die Kletterer lassen sich ja eh nicht aussperren... Und durch die fehlende Kooperation mit der IG Klettern wird es auch schwer sein das Gebiet zu kontrollieren. Verbote sind eben keine Lösung.
Autor: Meow
Erstellt: 17.07.2008 - 18:51 Uhr
Betreff: re: re: Sperrung Katzensteine
Hi,
ich möchte dazu gerne ein Statement abgeben.
Ich bouldere jetzt bereits seit 8 Jahren regelmäßig an den Katzensteinen. Der Verlust dieses tollen Spots trifft mich daher sehr hart. Verbunden mit der Problematik in Niedeggen, hinterlässt diese Sperrung, bei mir durchaus eine leicht resignative Stimmung.
Ich hatte vor Kurzem noch ein längeres Gespräch mit dem Kontrolleur dort.
Nach dessen Aussage, sind es keinesfalls die Kletterer, die für die offensichtliche Verschmutzung der "Felsumgebung" verantwortlich sind. Ich kann dies nur unterstreichen! Denn mir ist in 8 Jahren, kein einziger Kletterer dort begegnet, der Glasflaschen gegen Felsköpfe, oder auf den Parkplatz geschmettert hat, Feuer gemacht und darin Bierkästen geschmolzen hat, pubertäres Gefasel in die Felsen eingeritzt hat, oder einfach nur seinen Müll hinterlassen hat.
Ich möchte gerne herausstellen, warum wir uns als Kletterer aber an der Sperrung mitschuldig gemacht haben. Dies werde ich auch kommentieren! Wer sich also angesprochen fühlt und/oder anderer Meinung ist kann sich mit mir gerne darüber unterhalten.
Da wäre zunächst der übermäßige Gebrauch von Chalk und Ticks an "unnötigen" Stellen. Wer sich keine drei Züge merken kann, geht besser wirklich wieder in die Halle!
Das Gebiet wurde seit Herausgabe des Boulderführers geradezu von Kletterern überrannt. Dies war vorher definitiv nicht so!
Damit einhergehend, muss die Abnutzung des Sandsteins durch das Klettern erwähnt werden.
Dies findet nach meinen Beobachtungen aber nur sehr begrenzt statt. Mir würden nur drei Griffe einfallen, die davon tatsächlich betroffen sind.
Auch die Vorstiegshaken, welche zudem noch schlecht platziert sind, tragen kaum zur Entspannung der Situation bei. Ich kann mir auch bei besten Willen nicht vorstellen, dass es dazu eine Genemigung gab (lasse mich aber gerne eines Besseren belehren)!
Weiterhin ist das Parken direkt an den Felsen, eine Sache die mir absolut nicht in den Kopf will! Da schüttelts mich echt! Nen einarmigen Klimmzug machen, aber nicht 150 Meter laufen können, das ist armselig!!!
Und die Krönung ist: "Parken-super-direkt"
Dazu eine kleine Geschichte: Vor einigen Wochen, es war ein sommerlicher Samstag Nachmittag, ich komme voller Tatendrang an die Katzensteine, um ein paar schöne Boulder zu machen und denke an nichts böses!
Dann sah ich es!
Stellt euch kurz ein Bild von Disneyland vor, dann könnt ihr das Folgende besser verstehen.
Vor mir standen die "Outdoorfreunde XY ungelöst". Sie hatten ihren 250 PS starken Jeap direkt an den Steinen geparkt, zwischen Dach und Massiv! Links war eine Slackline aufgebaut, davor die Spielwiese, mit zwei tratschenden Weibern und spielenden Kindern, daneben der Kocher mit lecker Süppchen und wie könnte es natürlich nicht anders sein, zweimal Toprope, für die Männers!
Dieses perfekt inszenierte Sommermärchen hat übrigens die Runde Gemacht und wurde mir nochmals aus der Sicht eines Spaziergängers, ein paar Wochen später beschrieben. Ob es es auch der Kontrolleur spitz gekriegt hat und evtl. in seinen Bericht mit aufgenommen hat, weiß ich nicht, würde mich aber nicht wundern.
Die ganze Situation war wie ein Schlag ins Gesicht! Sich mit Jugendlichen aus Mechernich auseinander zusetzten, damit die keine Flaschen mehr gegen die Felsen schmeissen und Ihren Müll mitnehmen, ist eine Sachen. Aber die Outdoorfreunde Dingsbums (Hatten zumindest irgendwie so was auf Ihren T-Shirts gedruckt) auf ihr Verhalten anzusprechen, habe ich einfach nicht fertig gebracht. Ich dachte mir nur, das kann doch jetzt echt nicht sein....
Das oben beschriebene lässt mich zu dem Schluss kommen: Wir sind es selber schuld!
Und wenn nicht, dann war es halt ungerecht!
Aber eines steht fest und wer die Problematik "Klettern in NRW" kennt, wird dies bestätigen! Der Zug an den Katzensteinen ist erstmal abgefahren. Die Anstrengungen, die Steine für den Klettersport zu öffnen, werden ungleich größer ausfallen müssen, als die, welche nötig gewesen wären um das Verbot zu verhindern.
Soweit ich weiß ist der Besitz an den Steinen an die Stadt abgetreten worden, vielleicht hat dies ja die Sperrung zur Folge gehabt. Zumal der Kontrolleur, die Streichung seiner Stelle erwähnte...
Zaun drum, fertig! Zu teuer!? Schild vor, auch fertig!
LG
Chris
Autor: Meow
Erstellt: 18.07.2008 - 14:37 Uhr
Betreff: re: re: re: Sperrung Katzensteine
Hi,
ein guter Freund schrieb mir, zu der Sache!
Und weil er Recht hat, poste ich das hier auch mal rein:
"So und in Nideggen geht der Zirkus weiter. Wer am Wochenende im Effels unterwegs ist kann ein Lied davon Singen. Seileinhängen von oben gehört dort zum guten Ton. Wem die ersten Haken von Zitrone oder Traube zu hoch hängen, schmeisst halt das Seil vom Felskopf. Dazu irgendwelche Kursgruppen die mit wahren Menschenmassen auf Felsköpfen rumlungern, nur um einmal von nem echten Fels abseilen zu können. Und das alles angesichts der traurigen Geschichte die diese Gebiet schon hinter sich hat, und zumal es Tendenzen gibt, das sich wirklich was bewegen könnte, in Richtung Öffnung der Burgwände.
Aber auch gestandene Kletterer überzeugen ja nicht gerade durch reifes und situationsangemessenes Verhalten! Chalken in Touren ab 7+ 8- ist ja ok und mach ich selber auch (trotz Magnesiaverbot), aber dann jeden etwas präziser anzusteuernden Griff mit nem dicken Tick zu versehen is dann doch zuviel (Bsp.Parabolika, Tatooed Climb Messiah, Phönix aus der Asche, Bügeleisenkante). Was ist das denn hier? Für einige sind wohl die zahlreichen Klettermöglichkeiten der Eifel nur Einzelziele, die im Sinne einer Abhakmentalität gemacht werden müssen. Hier 6c+ Boulder, da ne 7b Route und zum Schluss noch einen Flash von ner 7a+ Route und what for? Just to show off? Bißchen mehr Identifikation mit den einzelnen Gebieten würde wohl sowas zumindestens einschränken!"
LG
Chris
Autor: Bjoern
Erstellt: 18.07.2008 - 23:35 Uhr
Betreff: re: Sperrung Katzensteine
Ich denke mal, daß das was du da beschreibst annähernd überall passiert!
Jeder springt auf die "Coole Outdoor ich verdiene Millionen" Industrie auf, weil allen gesagt wird wie toll das doch ist.
Das Problem bei so Konsumenten ist, daß die sich da keine Gedanken drüber machen (möchten oder können mag ich nicht wirklich wissen)!
Die meisten kommen irgendwo hin, packen das Zeug aus und ab gehts. Es wird höchstens gemeckert warum die Haken so doof gesetzt sind oder warum hier noch nicht direkt Seile drin hängen.
Ich hatte ein nicht unähnliches Erlebnis wie Kollege Meow in Glees vor ein paar Jahren (Getthoblaster usw) und denke das das vermehrt auf uns zu kommen wird, allerdings nicht nur in der Voreifel sondern in ganz Deutschland!
Meiner Meinung nach sollte man die Leute schon in der Halle impfen wie sich sich zu benehmen habenund denen nicht vermitteln daß draussen alles wie drinnen ist! Die wenigsten würden dann ,egal wo, sich wie die Schweine benehmen, wenn sie mal wüssten was alles dran hängt an nem Klettergebiet.
Da sind nicht nur die Erschliesser (Danke an alle für die genialen Routen und Boulder!) sondern auch die, die sich mit Behörden, Privatleuten usw auseinander setzten dürfen, nur damit man evtl. unter Umständen mit etwas Glück ne Felswand wieder für Klettern frei kriegt!
Mal sehen was weiter passiert!
Lasst euch nicht unterkriegen und macht das beste draus!
Geht alles Vorbild voran und keep your head high!
Autor: delphi1507
Erstellt: 05.02.2009 - 21:41 Uhr
Betreff: re: Sperrung Katzensteine
Ich finde die ganze Entwicklung wirklich sehr schade.
Ich bin selber erst seit dem letzten Sommer mit dem klettervirus infiziert und wollte zu den Katzensteinen und höre dann das die gesperrt wurden das ist sehr ärgerlich und auch nicht unbedingt Umweltförderlich wenn man dann deswegen deutlich weiter fahren muss.
Daran sollten die Herren die soetwas entscheiden auch mal denken.
Grüße Sven
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