Über die Anfänge des Boulderns in der Eifel

Die Geburtsstätte für das Bouldern in der Eifel dürfte wohl die Nordeifel bei Nideggen sein. Leider ist die genaue chronologische Reihenfolge der geschichtlichen Ereignisse für uns nicht mehr recherchierbar, da das Bouldern in der Eifel anfangs keinen besonderen Stellenwert besaß. Schon zu Anfang der Sportkletterbewegung wurde in der Eifel gebouldert, jedoch stand der Trainingseffekt mehr im Vordergrund als denn die Disziplin Bouldern an sich.
Wer mit dem Bouldern in der Eifel begonnen hat, kann man nicht mit Bestimmtheit sagen. Jeder hat wohl mal hier oder da gebouldert. Einige namhafte Boulder entstanden so schon in den 80er Jahren, wo beispielsweise Benno Bressler seine Kraft der staunenden Klettergilde bewies, indem er an einem wirklich kleinen Reibungsgriff des "Stollbergers" (Effelslay-Nordeifel) einen einarmigen Klimmzug vollbrachte. Michael Schmitz, auch "Juni" genannt, beging an der linken Seite des Stollbergers "Juni’s Boulder", einen Boulder mit Sitzstart, der auch heute noch mit 6c+ Fb bewertet wird, also 9- UIAA (eine Schwierigkeit die zu dieser Zeit absolute Spitze war). Aber es gab auch noch andere Kletterer, die sich mit Bouldern fit hielten. So zum Beispiel Norwin Hauke-Ulmen und Norbert Müller (Die "Hausmeister" des Kühlenbusch).
Im Zuge der neunziger Jahre entstanden dann Klassiker wie "Rock Doc" 7b+ FbTr und der "Große Kühlenbuschquergang" 7c FbTr (viele Jahre lang wurde der "Große Kühlenbuschquergang" als die "schwersten Klettermeter der Nordeifel" bezeichnet. Markus Zöll entthronte den Kühlenbuschquergang später mit seiner Erstbegehung von "Zöllibat 10-/10"). Zur Verdeutlichung: Wir sprechen hier von einer Epoche, wo an anderen Stellen unseres Planeten das Bouldern schon längst als eigenständige Disziplin des Kletterns angesehen wurde. Boulder wie "Kokain Corner" und "Midnight Lightning" (Yosemite Valley-USA) oder "La Jocker" und "Le carnage" (Fontainebleau-Frankreich) waren zu jener Zeit schon lange begangen, während man sich in der Eifel noch mit dem Setzen von Haken in Routen beschäftigt war, die aus heutiger Sicht bestenfalls als hohe Boulder zu bewerten sind. So entstanden z.B."Idefix", "Platzendes Herz" und "Weazles Projekt" am Zementwerk (Hinkelsteine) und "Half a minute", "Gensch Man", "Law Breaker", "Haute Couisine" (Prager Botschaft). Natürlich wurden alle mit Seil, Karabinern und Klettergurt erstbegangen, was zu jener Zeit selbstverständlich war. Man beachte dabei, dass sich der Abschlussgriff von beispielsweise "Weazles Projekt" gerade mal dreieinhalb Meter über dem Boden befindet, also eindeutig in guter Absprunghöhe und deshalb gebouldert werden kann).
Aber auch die Eifel blieb von dem Bouldervirus, der in vielen Regionen unserer Erde schon länger wütete, nicht verschont. Über die Jahre hinweg vollzog sich ein Wandel zum Bouldern, wie wir es heute kennen. Mit Crashpads bewaffnet entwickelte sich ein neues Bewusstsein und verhalf dem Bouldern in der Eifel zum Stellenwert einer eigenständigen Disziplin innerhalb des Klettersports.
Zurzeit gibt es in der Eifel und im Ruhrgebiet etwa ein Dutzend Gebiete und das Potential an Boulderfelsen ist noch lange nicht ausgeschöpft. Der bis Dato schwierigste Boulder ist "The Egg" 8a Fb (Romani - Glees). 
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