Die Eifel bei Nideggen, das Land der Kiesel und Hinkelsteine

Die Nordeifel bei Nideggen ist das historisch bedeutsamste Gebiet der Eifel, denn dort wurden die ersten Kletterrouten eröffnet. Gerade zu Beginn der Sportkletterbewegung ging es in der Nordeifel so richtig zur Sache. Sogar Wolfgang Güllich gab seiner Zeit der Eifel die Ehre eines Besuchs. Das sehr gewöhnungsbedürftige Gestein (Buntsandsteinkonglomerat) umschrieb er etwas lieblos, aber dennoch zutreffend als "senkrechten Kartoffelacker".
Zunehmender Klettertourismus und rücksichtsloser Umgang mit der Natur (nicht nur von Kletterern!) führte schlussendlich zu einer Situation, bei der die Eifelkletterer mit dem Rücken zur Wand standen. Die Politik folgte den Gutachten der Naturschutzverbände, was zu großflächigen Sperrungen führte. So sind zum Beispiel von den Top 40 der Eifel nur noch zwei Routen legal bekletterbar.
An anderen Massiven wurden teilweise die Haken mit brachialen Mitteln entfernt. Eine so genannte x-Fällung zerstörte einen Teil des Wegnetzes unterhalb der Felsen im Bereich Riesentor und Christinenley. Stück für Stück wurde der Mensch von der Natur ausgegrenzt, was zudem durch den Landschaftsplan Rurtal juristisch legitimiert wurde.

Zur Situation vor Ort
Von den 17 Felsgruppen im Nidegger Raum sind zurzeit nur vier ganzjährig bekletterbar. Die "Zwei Brüder" - sind laut dem neuen Landschaftsplan pro forma zum Klettern wieder freigegeben. Die Freigabe dieses Felsens ist in der Praxis jedoch erst dann umgesetzt, wenn zwischen der Stadt Nideggen als Besitzerin der Felsen und der ULB ein Aufsichtsvertrag geschlossen wurde. Solange gelten die Zwei Brüder als noch nicht freigegeben!
Zudem gibt es eine Beschränkung der Anzahl an Kletterern pro Tag, welche streng überwacht wird. So muss man sich vor dem Klettern an der ARAL-Tankstelle (Tel. 02427/1309) in Nideggen ein so genanntes Kletterticket kaufen.
Im folgenden eine Liste über die lokale Sperrungssituation in der Nordeifel. Änderungen könnt ihr auch auf der Homepage des DAV-Köln abrufen. Zudem bietet die Homepage der IG-Klettern_NRW zahlreiche Infos zum Thema Felspolitik im Raum Nideggen. 
Ganzjähig gesperrte Felsen/Sektoren

 | Untermaubach, Rather Felsen, Prager Botschaft, Hinkelsteine 5-7, Hindenburgtor, Christinenley, Waldfelsen, Riesentor, Burgfelsen, Kühlenbusch, Hondjesberg, Raffelsley, Blenser Felsen |

Freigegebene Felsen/Sektoren

 | Hinkelsteine 1-4, Effels, Hirtzley, Krefelder Hüttenfels |

Lage und Anfahrt
Die historische Stadt Nideggen liegt direkt am Rurtal, 12 km südlich von Düren und 40 km südwestlich von Köln. Am besten erreicht man Nideggen über die A4 (Ausfahrt Düren). Von Düren aus der B56 Richtung Zülpich folgen. Nach der Ortsdurchfahrt von Vettweiß-Soller am Kreisverkehr rechts abbiegen in Richtung Nideggen.
In Nideggen selbst gibt es zahlreiche Parkmöglichkeiten, von denen man den Effels erreichen kann. Um zur Hirtlzey zu gelangen, folgt man der Hauptstrasse in Richtung Schmidt/Monschau. Nach ein paar Straßenkehren sieht man rechts die Hirtzley, wo sich ein kleiner Parkplatz befindet.

Kletterführer
Es gibt mehrere, teilweise historisch bedeutsame Topoführer, die leider alle vergriffen sind. Eine Neuauflage vom Autor Florian Schmitz ist in Arbeit.



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